Herbstwanderfahrt mit Gegenwind

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Auf Anregung und Einladung des RV Donauhort zur gemeinsamen Herbstwanderfahrt nach Dürnstein – herzlichen Dank an Stefan für die Initiative – starteten am Freitag, 22.10.2021, drei Fünfer (1 Normannen-Boot mit Birgit, Jasmine, Hannes, Christian und Walter und 2 Donauhort-Boote) Richtung Tulln. Am ersten Halbtag machte uns nicht nur der starke Gegenwind zu schaffen, sondern auch die wegen Niedrigwasser total verschlammte Übertragstelle im Unterwasser von Greifenstein. Anfangs mussten wir die Freya über den Schlamm herausziehen, bevor wir sie auf den Kajakwagen heben konnten. Das Einsetzen im Greifensteiner Altarm war auch sehr sportlich, weil uns dort wegen des Westwinds hohe Wellen entgegenschlugen. Auf der Donau ging es dann am rechten Ufer besser als gedacht voran, aber erst die Abzweigung in die große Tulln erlöste uns von den Windböen. Rasch war unser Boot beim Tullner Ruderverein aus dem Wasser und in die Wiese gelegt. Wenige Minuten später kam unser Taxi, das uns zum Schwarzen Adler im Tullner Zentrum brachte. Etwas später trafen auch die Teilnehmer des Donauhort ein, sodass einem gemeinsam Abendessen mit selbstgebrauten Adlerbräu nichts im Wege stand.
 

Am nächsten Morgen ruderten wir in der Windabdeckung des rechten Donaufers vorbei an den Fabriken und Anlegern  der Agrana und Donauchemie nach Altenwörth. Das zweimalige Übersetzen war unproblematisch, dafür erwarteten uns im Oberwasser von Altenwörth die Schaumkronen. Jetzt galt es entweder am linken oder rechten Ufer den geringsten Gegenwind zu finden, bis auf der Höhe von Traismauer der Wind begann nachzulassen. Den Steiner Ruderklub erreichten wir gegen 15 Uhr fast bei Windstille, sodass wir beschlossen, nach Dürnstein weiterzurudern. Das schwere Gepäck ließen wir in Stein zurück, und machten die Wende bei spiegelglattem Wasser vor der blauen Kirche von Dürnstein. Die herbstlichen Farben der Wachau ließen uns die Rückfahrt nach Stein besonders genießen.

In Stein nächtigen wir wieder im Gästehaus Einzinger mit Abendessen im Gasthaus Zum Linzertor. Am frostigen Morgen gab es noch ein Gruppenfoto mit Normannen und Donauhort auf der mit Rauhreif überzogenen Rampe des Steiner Ruderklubs, bevor wir bei strahlendem Sonnenschein aufs Wasser gingen.

Bis Traismauer glattes Wasser, dann kam langsam der Südostwind auf. War er bis nach den Übertragungen von Altenwörth noch kein Problem, legte er ab Zwentendorf mit voller Kraft zu. Die hohen Wellen mit Schaumkonen zwangen uns knapp ans rechte Ufer, wo wir teilweise mit halber Kraft
 ruderten, um kein Wasser ins Boot zu bekommen. Kurz vor Tulln ließ der Wind etwas nach, wir legten nochmals beim Tullner Ruderverein und freuten uns nach den Strapazen die Füße vertreten zu können. Nach Beurteilung der Windprognose beschlossen wir weiter zu rudern. Da die Donau nicht mehr weiß war, kamen wir den Umständen entsprechend gut voran. In Greifenstein wartete die nächste Herausforderung auf uns: das zeitraubende Einsetzen im Unterwasser. Wir schaufelten mit den Ruderblättern Schlamm weg, bauten mit Ufersteinen Wege, damit wir trockenen Fußes ins Boot kamen.

Der Rest im heimischen Gewässer war fast Routine: wegen der Wellen schlichen wir am rechten Ufer bis zum Silbersee stromabwärts, schlüpften zwischen Buhnen und Bojen durch und legten nach 9 Stunden glücklich und etwas erschöpft um 18 Uhr am Normannen-Floß an.

Walter, Oktober 2021