Hainburger Au – einmal anders!

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Eine Idee – wir könnten eine Bootsfahrt nach Hainburg machen. Gesagt geplant, getan. Mittwoch wurde Anhänger und ein zweites Auto in Hainburg abgestellt und am nächsten Tag, 19. Juni um 7.30, Treffen von 11 Normannen, die sich auf den Weg zu neuen (für mich wirklich neuen) Ufern machen. Seit der Vogadalonga und vor allem Seeboden hat mich das Ruderfieber gepackt. Und ich war Feuer und Flamme für die Wanderfahrt nach Hainburg.

Christian mitgenommen, Seesack gefüllt und ab in dem neuen Normannenanzug – passt toll. Die Sonne scheint, das Wasser ist ruhig, kein Wind und der gute alte Rolf wird vollgepackt. Mit Fritz STOWASSER am Steuer und Wolfgang SCHINDLER am Schlag gebe ich mein Bestes. Im zweiten 4er-Boot Sepp MALLESITZ Steuermann, Heinz WEINWURM, Nico STAHL und Elisabeth VOGLER am Schlag, 5erBoot, Christian und Wolfgang DORNINGER, Erich KOLETNIK, Helga FRIEDRICH Walter WIDHOLM – Organisator.

Gemütlich geht es die Donau flussabwärts in der Mitte des Flusses zur Schleuse in den Donaukanal. Hier treffen alle Boote zusammen. Schwimmwesten anlegen und Schleuse zu. Schleuse auf und schon sind wir in Wien. Hie und da Ausflugsboote, die mit uns den schmalen Kanal teilen. Twin-City-Liner flüchtet vor uns. Die Lände entlang, mit vielen Graffitis wie Wale, Tintenfische und Aliens und Radfahrer. Motto am Schiff, Tel Aviv, diverse Lokale, Urania, Mündung des Wien-Kanals, die Schwechat mündet ein, Fischerhütten. Und da ist sie wieder, die Donau. Wir queren, am linken Donauufer machen wir eine „notwendige“ Pause. Dann geht es weiter Richtung Uferhaus Orth an der Donau. Jetzt bin ich am Steuer. Hier beginnt die Au, meine Heimat-Au. Unter Anleitung meiner Ruderkollegen bediene ich das Handsteuersteuer. Die Bojen kommen rasch und die Buhnen sind hinterlistig, da die Strömung recht munter ist. Gott sei Dank habe ich erfahrene und geduldige Ruderkollegen.

Rast in Orth, Boote an die Leine, Fotos für alle mit allen und dann wird „Energie“ getankt. Mit Blick auf die Donau unter einer großen Pappel. Familie Schindler kommt vorbei. Wir plaudern und rasten und auch die Schiffe rasten. Frisch und gestärkt begeben wir uns zu den Booten. Raus aus der Bucht und da sind sie schon, wie gerufen. Jede Menge Schlepper, Ausflugsschiffe und Motorboote. Als ob sie auf uns gewartet hätten.

Dann wird es wieder ruhiger. Wolfgang sitzt am Steuer und  genießt die Fahrt. Das 5er-Boot voran, das 4er-Boot hinter uns.

Und dann. Ich starre ins Wasser und bin wie angegossen im Boot. Die Wellen schlagen von allen Seiten zu. Ganz fasziniert schaue ich ins Wasser, die Wellen spitzen sich zu und werden immer höher. Ich vergesse, weiter zu rudern und blicke nur auf die Wellen. „Weiterrudern“ ruft Wolfgang und ich greife in die Skulls. Zwei Baggerboote und Schlepper und ein Passagierschiff kommen uns entgegen. Gott sei Dank bin ich nicht am Steuer. Die Situation ist kein easy going.

Aber das Hainburger Tor ist schon sichtbar. Wir steuern das Ufer an. Ein Steirer sitzt auf einem zusammengebastelten Boot mit Hofer-Zelt am Deck und Hanfpflanze im Topf. Wir wollten genaueres von ihm wissen, aber schon kamen wieder Wellen. Sprung, raus ins Wasser damit das Boot nicht an die Steine gedrückt wird. Stecke im Schlamm, kann mich kaum rühren. Situation gemeistert. Boot entleeren und Skulls ans Land, Boot raus und dann hoch zum Auto. Jetzt kommt das 4er-Boot, wir helfen zusammen, Boote auf den Anhänger, Ruder rein, alles verstauen und wir machen uns frisch und dann geht’s zum ersehnten Trinken und Essen und Tratschen.

Solche Fahrten sind sehr gemütlich, unterhaltsam und lehrreich. Es ist ganz anders als 1 bis 2 Stunden, die man unter der Woche noch schnell nach Büroschluss runterrudert, weil der Abend einbricht. Auch als Anfänger bekommt man viel von der Umgebung mit und so manche Gespräche im Boot sind auch möglich ohne seinen Schlag zu vernachlässigen.

Diese Fahrt wollen wir im Herbst wiederholen. Es ist ein schöner Ausflug mit einem sehr schönen Teil auf der Donau.

Nun kann ich 54km auf meine Oberschenkel schreiben.

Elisabeth

Sonntag, 06. Juli 2014 um 16:03