Die Rose vom Wörthersee – Eindrücke eines Rookies

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Der Wörthersee als längster See Kärntens mit seiner gewundenen Form, in die Hügellandschaft gegraben von den Gletschern der Eiszeit, ist ein einzigartiges Gewässer, das sich einerseits friedlich und wunderschön zwischen dem Ossiacher Tauern und der Sattnitz entlang schlängelt, andererseits aber auch archaische Reminiszenzen an eine frühere Zeit bietet. Der Sage nach bildete sich der See aufgrund des Hochmuts der Bewohner, die vom Wörthersee-Mandl gewarnt und schließlich bestraft wurden, indem er sein Fässchen öffnete, aus dem die Fluten des Sees entsprangen und alles Schlechte unter sich begruben. Von nun an lebten in den herrschaftlichen Häusern und Palästen nur mehr riesige Fische und Wasserschlangen.

Eine dieser Schlangen, also der Klagenfurter Lindwurm, ist gewissermaßen das Ziel der mittlerweile zum 19. Mal ausgetragenen Skiffregatta der Rose vom Wörthersee. Es ist ein Rennen der besonderen Art! 16 Kilometer lang ist man sich selbst und seinen Gedanken überlassen, man schiebt sein Boot stetig vor sich hin, begleitet von den rhythmischen Klängen der Ruder in den Dollen, gelegentlich von einem anderen Ruderboot aus dem Takt gebracht. Es ist ein spirituelles Erlebnis, man muss sich selbst finden, den Körper in Einklang mit der Seele und dem See bringen und man darf sich nicht durch äußere Umstände (oder vor allem durch andere Ruderer) aus der Ruhe bringen lassen.

Am Ende wird man von einer herrlichen Erschöpfung erwartet, gewissermaßen gereinigt von jeglichem Hochmut und Übermut, von all dem Schlechten, erfüllt von Bescheidenheit und einer wohligen, tiefen Zufriedenheit, dem Gefühl des Einsseins mit sich selbst und der Welt. So sehr die körperliche Anstrengung diesen See zu bewältigen an einem zehrt, so sehr wird man jedoch auch wieder mit mentaler Kraft erfüllt.

Bei dieser Regatta geht es (den meisten) nicht darum zu gewinnen, Konkurrenzdenken beschränkt sich auf einige wenige, vielmehr wächst man zusammen durch das gemeinsame Ziel diesen See zu bezwingen und die wunderbare Kulisse zu genießen. Besonders an diesem Woche     nende zeigte sich der See von seiner allerbesten Seite, die Nebel lichteten sich mit den ersten Startern, Elisabeth war eine der ersten, Ingo und ich mussten noch ein wenig zittern, und strahlender Sonnenschein mit beinah spiegelglattem Wasser begleitete uns den ganzen Tag. Ingo erreichte mit persönlicher Bestzeit nach 01:15:15 das Ziel, Elisabeth konnte mit 01:26:37 an vorherige Erfolge anschließen und ich konnte mit 01:29:56 erste wertvolle Erfahrungen sammeln.

Das kühle, erfrischende Bad im Wörthersee beim RV Albatros und die vom Organisator sehr persönlich gehaltene Ehrung der Sieger, wie aller TeilnehmerInnen rundeten den Tag wunderbar ab und brachte schon enorme Vorfreude auf das nächste Jahr!

Sarah, Oktober 2018

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